Bronze - von der Antike bis zur Moderne

Sonnenwagen von Trundholm um 1400 v. Chr.
Sonnenwagen von Trundholm um 1400 v. Chr.
Fragment einer Bronzebüste von Marcus Aurelius, etwa 170 n. Chr
Fragment einer Bronzebüste von Marcus Aurelius, etwa 170 n. Chr
Braunschweiger Löwe, um 1166
Braunschweiger Löwe, um 1166
Bavaria Standbild 1843 - 1850 (87,36 Tonnen)
Bavaria Standbild 1843 - 1850 (87,36 Tonnen)

Seit zwei Generationen befasst sich Familie Rottenecker mit einem der ältesten Handwerke überhaupt: dem Kunstguss. Sinn und Zweck ist die Herstellung oder Kopie eines plastischen, künstlerischen Objekts in echter Bronze.

Bronze, eine Legierung aus Kupfer und Zinn mit keinen oder nur sehr geringen Beimengungen anderer Elemente, gilt als eine der ersten, gezielt von Menschen erstellten und genutzten Legierungen. Sie waren Meister ihres Handwerks und in der Gesellschaft hoch angesehen: die Bronzegießer. Sie mischten Kupfer mit Zinn und bekamen ein Metall, das sie nach Belieben zu Waffen, Werkzeugen und Schmuck formen konnten. Von Vorteil war dabei, dass Bronze sehr korrosions- und meerwasserbeständig sowie verschleißfest ist. Um an die wertvollen Rohstoffe zu gelangen, betrieben die Menschen Handel über Tausende von Kilometern hinweg. Bronze bedeutete Reichtum, Ansehen und Macht. Das Material war für die Menschen damals so wichtig, dass es einer ganzen Epoche ihren Namen gegeben hat: der Bronzezeit.

Die Herstellung von Bronze hat - so schätzt man - zwischen 2500 und 2000 v. Chr. in Vorderasien begonnen. Auch heute im Zeitalter der Bits und Bytes nimmt Bronze eine herausragende Stellung unter den Werkstoffen ein.

Aufgrund der hohen Qualitätsstandards gibt man in der familieneigenen Gießerei noch immer dem traditionellen Wachs-Ausschmelz-Verfahren den Vorzug, wobei einzelne Serien durchaus auch im Sandguss oder Schleuderguss produziert werden.

Vom Urmodell einer Skulptur oder eines Reliefs wird eine flexible Negativform erstellt. Je nach Verfahren erfordert die Herstellung ein mehrmaliges Abformen vom Modell bis zur fertigen Kopie. Die Negativform wird beim Abguss zerstört. Deshalb muss für jede weitere Kopie eine neue Form angefertigt werden. Die Erstellung eines qualitativ hochwertigen Kunstguss-Objektes ist aufwendig und erfordert ein hohes Maß an Erfahrung und Können der Gießmeister. Bei Einzel- und Sonderanfertigungen entstehen die oft als enorm hoch empfundenen Kosten im Wesentlichen durch die Arbeit des beteiligten Künstlers und des Kunstgießers und weniger durch die Materialkosten.

Innerhalb des Kunstgusses nimmt der Bronzeguss eine ganz besondere Stellung ein. Die Verfahren - während der Bronzezeit entwickelt - werden noch heute verwendet. Über die Jahrtausende wurde die Technik lediglich verfeinert und erweitert. Trotz maschineller Unterstützung werden Bronzen auch heute fast ausschließlich in reiner Handarbeit hergestellt. 

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